Cogito hat geschrieben:Von Februar letzten Jahres bis jetzt hatte ich 7 Fünfsatzspiele und davon 6 verloren. Das letzte nach 6:0 im 5. Satz.
Bei einer solchen Serie und ohne dein Spiel zu kennen vermute ich, dass dein Sicherheitsgefühl im Angriff nicht so hoch ist, dass du auch in brenzligen Situationen angreifst, sondern dich eher auf's passive (Stör)Spiel zurückziehst und hoffst der Gegner macht noch den ein oder anderen Fehler. Auch ein Abwehr- und/oder Störspieler ist letzten Endes nur so gut wie sein Angriff ist.
Sehr wohl, sehr wahr. Und das aus gutem Grund. Zur Illustration mal den besagten 5. Satz:
6:0
6:4 Gegner hat einen Lauf
TIME OUT (von mir)
6:5
7:5
7:6
8:6
8:7
9:7
ein Riesenturm materialsiert auf meiner Hälfte und wird von mir gnadenlos ins Nirwana gepumpt (kollektives Aufstöhnen auf der Bank )
9:8
9:9 (Gegner hat Umlaufen und vollstreckt)
RH-Krökelduell; der Gegner packt hintereinander 3 Füchse im Ballwechsel aus
9:10
10:10
10:11
erneut erscheint ein Riesenturm auf meiner Seite
10:12 (und ein Krater in der Hallenwand)
einfache Sätze
während ich stehe fällt der Schatten hin
Morgensonne entwirft die erste Zeichnung
Blühn ist ein tödliches Geschäft
ich habe mich einverstanden erklärt
ich lebe
(Heißenbüttel)
Ja, der typische Spielverlauf in so einem Fall. Du spürst am Ende des Satzes oder Spiels, dass du genau jetzt eigentlich was machen müsstest und versuchst es dann eben auch. Nur die Durchführung ist dann eben nicht so leicht für dich. Raten kann man da eigentlich nur dazu, dass du einfach mehr Angriff trainierst, am besten ein VH-Topspin. Diesen kann man besser dosieren als z.B. einen Schuss, kann ihn also auch dann noch anwenden, wenn man mal nicht optimal steht. Nur wenn du solch einen Schlag wirklich sicher kannst, spielst du ihn auch in spielentscheidenden Situationen, andernfalls sind das ansonsten alles mehr oder weniger Verzweiflungsaktionen.
Und die Krater in der Hallenwand könntest du versuchen dadurch zu vermeiden, dass du beim Schiessen eines Turmes einfach nicht fest, sondern platziert schlägst. Ich kenne die Situation, man erblickt seine Chance beim Turm, stürmt oder stolpert hastig nach vorn und denkt innerlich "jetzt zeig ich's dir, das ist meine Chance" und bolzt drauf so fest es nur geht. Wenn du genau da innehälst und einfach locker in die Ecke schlägst, fast wie ein Konterschlag, gehen die Bälle meiner Meinung nach viel eher drauf. Durch die Platzierung bekommt der Gegner den Ball ohnehin nicht, die Härte wäre ohnehin nicht notwendig. Wie übrigens so gut wie bei jedem Schuss.
Bilbo hat geschrieben:J.... dass du einfach mehr Angriff trainierst, am besten ein VH-Topspin. Diesen kann man besser dosieren als z.B. einen Schuss, ....
... man erblickt seine Chance beim Turm, stürmt oder stolpert hastig nach vorn und ... bolzt drauf so fest es nur geht. ...
.... die Härte wäre ohnehin nicht notwendig. Wie übrigens so gut wie bei jedem Schuss.
Alles 100% richtig. Der größte Fehler ist das überhastete Draufschlagen - vor allem wenn der Gegner (was hier nicht der Fall war) so clever ist, mit dem Handgelenk noch ein wenig Seit-Vorwärtsdrall unterzumischen. Das kann dann sogar in einem furiosen Luftloch enden .
Ebenso ist ein gut plazierter und sogar noch lascher Ball viel unangenehmer als ein Hammer in des Gegners Gegend, da dieser ja in der Regel schon hinten wartet.
Ich habe mir vorgenommen, jetzt im Training eine VH-orientierte Stellung einzunehmen also nicht mehr tischmittig sondern eher auf der RH-Seite stehend. Ergänzend bekomme ich eine Elektrode in den A.... und jedesmal einen Stromstoss, wenn ich meine geliebte chicken wing RH auspacke - auf der VH wird VH gespielt !!
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Cogito hat geschrieben:Ebenso ist ein gut plazierter und sogar noch lascher Ball viel unangenehmer als ein Hammer in des Gegners Gegend, da dieser ja in der Regel schon hinten wartet.
In meinem früheren Verein hatten wir jemand, der in den 80ern mit genau dieser Technik Bundesligist und Nationalspieler wurde. Sichere Abwehr und mit lockeren, platzierten Schlägen in die Ecke geschossen. Der hatte nie gebolzt. Er sagte immer das Problem beim Bolzen ist zweierlei:
1. Deine Bewegung ist dann in der Regel zu schnell, sodass du zu früh am Ball bist. Folge ist ein meist drübergeschlagener Ball, weil du den Ball zu früh triffst und der Schläger dann noch geöffnet ist.
2. Die Reflexe des Gegners springen an. Wenn der Ball mit mittelmässigem Tempo geschlagen wird, reagieren die allermeisten Gegner gar nicht, weil die Reflexe nur ab einer bestimmten Geschwindigkeit (und einer bestimmten Bewegung) anspringen. Hier liegt der größte Vorteil eines Schusses, die Bewegung ist kaum antizipierbar, da die Bewegung nur aus dem Unterarm und keine Ausholbewegung wie beim Topspin erfolgt. Auf Topspin reagiert heute jeder Anfänger, aber auf einen Schuss so gut wie keiner.
Mittlerweile bin ich bei den 5-Satz-Spiele wieder knapp positiv, 35:33 dank einem 8:1-Lauf seit Oktober 2012.
Wenn ich allerdings 2:0 führe, lass ich zu 97% nix mehr anbrennen.
Stimmt, das ist auch interessant! Seit 2006 konnte ich immerhin 5 Zweisatz-Rueckstande umbiegen - 5:73. Andersherum siehts ein wenig besser aus - nach einer Zweisatzfuehrung erst zwei Spiele abgegeben (104:2).
Link:Mein Youtube-Kanal Material A:BBC X-Fusion TC, Nimatsu Zerberus 0,5mm, BTY Dignics 09c 1,9mm, 172g Material B:BBC X-Fusion TC,Spinlord Leviathan OX,Donic Blue Grip V1 1,9mm, 159
'... ein sehr irritierender Mix aus Aufschlägen, VH-Angriff und Noppenhackblocks ...' (Nöppchenspieler) Variatio auf 500px
Variatio hat geschrieben:Mittlerweile bin ich bei den 5-Satz-Spiele wieder knapp positiv, 35:33 dank einem 8:1-Lauf seit Oktober 2012.
Zwei weitere 5-Satz-Siege kamen hinzu! Damit ein 10:1-Lauf.
Das ist psychisch klasse, ich kam heute jeweils in den 5. Satz, und wusste, ich gewinn die Dinger.
Link:Mein Youtube-Kanal Material A:BBC X-Fusion TC, Nimatsu Zerberus 0,5mm, BTY Dignics 09c 1,9mm, 172g Material B:BBC X-Fusion TC,Spinlord Leviathan OX,Donic Blue Grip V1 1,9mm, 159
'... ein sehr irritierender Mix aus Aufschlägen, VH-Angriff und Noppenhackblocks ...' (Nöppchenspieler) Variatio auf 500px
Morgen allerseits. hab mich auch mal hier angemeldet, auch wenn ich nicht der ganz verrückte tester bin
das thema finde ich allgemein sehr interessant, denn gefühlt verlier ich mehr als 50% der 5-Sätzer. Dem ist allerdings nicht so:
Saison 12/13: 7:6
Saison 11/12: 9:9
Wenn ich eine gute Kondition habe und richtig Lust am Tischennis, dann ist meine Quote deutlich über 60%. Wenn das wie seit Jahren nicht so ist, dann so um die 50%.
Wenn ich gute im Training bin (Laufen und gute Kondition) dann fällt bei mir auch nicht die Körperspannung und die Konzentration im 5. Satz. Wenn ich aber im Extremfall noch Knieprobleme habe und immer schlechterzum Ball komme - dann geht auch mal schnell eine Führung im 5. weg.
Zur Kopfsache: Ich hatte mal Jahre (zur Zeiten wo bis 21 gespielt wurde) da wusste ich wenn es in den letzten Satz geht das ich gewonnen habe - bevor überhaupt der 1. Ball gespielt wurde. Das hat dann auch fast immer so geklappt - ich wusste wenn es eng am Ende wird mach ich einen oder mehrere Füchse - und genauso ist es dann meist gekommen. Habe im dem Jahr so gutwie kein Spiel (glaube sogar 0) im letzten Satz verloren. Wenn man aber reingeht und sich sagt: oh man das wird jetzt schwer, da habe ich so gut wie verlohren, na dann kann das uch nix werden!
Beispiel: 2007 - 8:1
20.04.2008 BL-Herren | TSV Breuna 1946 : SVH 1945 Kassel III 16 1 0 0,882 Team 1771 -14
Gegner Ergebnis GE
Daubert, Pascal (1640)
Daubert, Pascal
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